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Fachinterview: Osteoporose

Eine Erkrankung, an der leider viele Österreicherinnen und Österreicher im fortgeschrittenen Alter leiden, über deren Ursache, Verlauf und Therapie jedoch nicht betroffene Menschen zumeist nur wenig wissen. Aus diesem Grund haben wir Frau Mag. Wittig-Pascher, ApoLife Apothekerin aus Heidenreichstein, gebeten, uns einige Fragen zu diesem Thema zu beantworten.

 

Frau Mag. Wittig-Pascher, was versteht man eigentlich genau unter Osteoporose?

Wie bei vielen anderen Erkrankungen beschreibt der Name bereits die auftretenden Symptome. Das altgriechische „Osteo“ bedeutet „Knochen“ und „porus“ steht für „porös“ – demnach kann man Osteoporose mit „poröse Knochen“ übersetzen. Sie beginnen also, instabiler und damit brüchiger zu werden. Der Abbau der Knochenmasse ist prinzipiell ein natürlicher Prozess, der ab dem 35. Lebensjahr einsetzt. Danach reduziert sich diese in 12 Monaten um etwa ein Prozent, bei Osteoporose hingegen beträgt der Knochenschwund bis zu sechs Prozent pro Jahr, sprich: ein deutlich rasanterer Prozess mit gefährlichen Folgen.

 

Wie äußert sich das bzw. was sind erste Anzeichen?

Bei Osteoporose sind zu Beginn noch keinerlei Beschwerden zu bemerken. Die Stoffwechselerkrankung tritt ja nicht von heute auf morgen auf und zerstört den Knochen. Es ist ein langsamer, kontinuierlicher Prozess, der wie beim normalen Altern fortschreitet – allerdings eben leider viel schneller. Zunächst symptomlos stellen sich nach und nach Rückenschmerzen ein, es kommt leichter zu Knochenbrüchen und die Körpergröße reduziert sich. Oft wird die Diagnose nach einem Bruch gestellt und Betroffene wissen noch gar nicht, dass sie erkrankt sind. Übrigens leiden häufiger Frauen an Osteoporose als Männer, der Grund dafür ist der Östrogenmangel nach den Wechseljahren.

 

Können Sie uns den allgemeinen physiologischen Prozess kurz erklären?

Eigentlich ist der Vorgang relativ simpel. Unser Skelett besteht aus unterschiedlichen Knochenzellen, wobei zwei davon für die Knochengesundheit besondere Relevanz besitzen. Die einen – die sogenannten Osteoblasten – sind für den Knochenaufbau zuständig, während andere wiederum – die Osteoklasten – für den Abbau verantwortlich zeichnen. Diese zwei Zellarten befinden sich normalerweise etwa im Gleichgewicht, also wird etwa genauso viel neue Knochenmasse auf- wie alte abgebaut. Betreibt man intensiv Sport und beansprucht die Knochen somit vermehrt, erhöht unser Körper die Osteoblasten, um den Knochenaufbau zu stärken. Bei wenig Belastung hingegen verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten der Osteoklasten und es kommt zu einem gesteigerten Abbau. Dieser kann sich aber auch durch hormonelle Erkrankungen, einen Kalziummangel oder die Einnahme spezieller Medikamente beschleunigen.

 

Wie erfolgt die Diagnose?

Haben Sie den Verdacht, dass Sie an Osteoporose leiden könnten, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Eine körperliche Untersuchung inklusive Knochendichtemessung und Blutbild bringt hier Klarheit. Während beim Blutbild anhand der Laborwerte Rückschlüsse gezogen werden können, ermittelt man die Knochendichte mittels bildgebender Verfahren wie Röntgen oder CT. Per Ultraschall wird überdies die Steifigkeit der Knochen geprüft. Eine Knochendichtemessung gibt Aufschluss über den aktuellen Mineralgehalt des Knochens, der mit dem Mittelwert der zutreffenden Altersgruppe verglichen wird. So erhält man den sogenannten T-Wert, der nicht mehr als 2,5 Einheiten unter dem Durchschnittswert liegen sollte. Ist das der Fall, leidet man an Osteoporose. All diese Untersuchungen dienen jedoch ausschließlich der Feststellung des Ist-Zustandes bzw. der Früherkennung, denn die Krankheit ist bedauerlicherweise nicht heilbar. Allerdings kann dem Fortschreiten Einhalt geboten oder es zumindest verlangsamt werden.

 

Wie sieht die Osteoporose-Therapie aus?

Eine Behandlung erfolgt jeweils individuell auf die Patientinnen und Patienten abgestimmt. Prinzipiell gilt es, den Körper mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung zu unterstützen. Ebenso sollte man nach Möglichkeit auf Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin, verzichten. Ganz wesentlich ist zudem eine optimale Kalziumversorgung! Kann nicht genügend des Mineralstoffes über die Nahrung aufgenommen werden, sind Kalzium- und Vitamin-D-Präparate die erste Wahl. Darüber hinaus stehen einige Osteoporose-Medikamente zur Verfügung, welche man vor allem einsetzt, wenn das Risiko für Knochenbrüche hoch ist. Schmerzen, die mit einer Osteoporose einhergehen, werden oft mit nicht-steroiden Antirheumatika behandelt.

 

Und wie kann ich selbst vorbeugen?

Eigentlich genauso wie zuvor bei der nicht-medikamentösen Therapie beschrieben. Also regelmäßig Sport treiben bzw. sich ausreichend bewegen sowie auf eine ausgewogene Ernährung mit guten Kalziumquellen, wie etwa Kuhmilch, Joghurt, Käse, grünes Gemüse, z. B. Blattspinat oder Brokkoli, achten. Bei Mineralwasser am besten auf den diesbezüglichen Gehalt schauen, es gibt hier große Unterschiede und man findet sogar Wasser mit mehr als 500 mg Kalzium pro Liter. Allein diese können bereits einen Teil zur Versorgung beitragen.

Ebenfalls eine wichtige Rolle beim Knochenstoffwechsel nimmt Vitamin D ein. Das Sonnenvitamin kann vom Körper zwar selbst produziert werden, aber in den lichtärmeren Monaten, wo unsere Haut ja fast vollständig bedeckt ist, sollte man an eine zusätzliche Gabe denken. Idealerweise lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel mit einer Blutuntersuchung bestimmen sowie gegebenenfalls Tropfen zur Ergänzung verschreiben.

Bezüglich Ernährung noch ein prinzipieller Aspekt: Ist zu viel Phosphat im Organismus vorhanden, fördert dies die Freisetzung von Kalzium aus dem Knochen. Deshalb sollten Sie den Phosphatgehalt von Lebensmitteln im Blick haben und bei einem Kalziummangel Bier, Cola, Sardinen, Lachs, Wurst, Konservenfleisch oder Hülsenfrüchte eher meiden.

 

Haben Sie bezüglich Produkte zur Ergänzung noch ein paar Tipps?

Um eine optimale Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen sicherzustellen, bieten wir in unseren ApoLife Apotheken österreichweit eine Vielzahl an hochwertigen Eigenprodukten für die Nahrungsmittelergänzung. Zur Prophylaxe von Osteoporose bzw. zur therapeutischen Unterstützung empfehlen sich etwa ApoLife 18 Kalzium & Vitamin D forte, das beide in perfekt abgestimmter und verwertbarer Zusammensetzung vereint, dann ApoLife 36 Vitamin D als Kapseln sowie die ApoLife Vitamin D3 Tropfen zur Ergänzung bei erhöhtem Vitamin-D-Bedarf in der dunkleren Jahreszeit. Kommen Sie ruhig auf mich oder meine Kolleginnen und Kollegen zu. Wir geben Ihnen zu diesen Produkten gerne Auskunft.

 

Frau Mag. Wittig-Pascher, herzlichen Dank für dieses Gespräch!