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Tipp

Das Ohr

Unsere Sinnesorgane sind Wunder der Natur. Die optische Übertragung von Bildern über eine Linse auf die Netzhaut, das Tasten, mit dem wir die Welt erfühlen, das Riechen, das Schmecken – unglaublich, was unser Körper alles vermag. In dieser Ausgabe nehmen wir die Ohren unter die Lupe und mögliche Probleme, die bei unseren Hörorganen auftreten können.

Ein kurzer Physiologie-Exkurs

Den detaillieren Aufbau unserer Ohren sowie deren exakte Funktionsweise haben wir ja alle irgendwann einmal in der Schule gelernt, trotzdem in aller Kürze ein kleiner Überblick: Das „Ohr“ steht als Überbegriff für ein überaus komplexes Organ, das als sichtbare Ohrmuschel beginnt und dessen wichtigste Teile im Inneren unseres Kopfes liegen. Man unterscheidet drei Bereiche: das Außenohr, eben die Muschel und den äußeren Gehörgang, das Mittelohr mit dem Trommelfell sowie das Innenohr. Das Außenohr fängt die Schallwellen ein und leitet sie durch den Gehörgang zum Trommelfell, das dadurch in Bewegung versetzt wird. An der Innenseite werden diese Frequenz-Schwingungen über eine Kette von kleinen Knochen – die berühmten Hammer, Amboss und Steigbügel – zur Hörschnecke übertragen. Dort befinden sich Haarzellen in einer Flüssigkeit, die über elektrische Signale unterschiedliche Schallinformationen ans Gehirn weitergeben. Und dieses schließlich interpretiert die ankommenden Impulse als Geräusche, Sprache, Musik etc.

Doch damit nicht genug. Das Innenohr erfüllt eine weitere wichtige Funktion: Es ist für unseren Gleichgewichtssinn verantwortlich, das heißt, es nimmt Bewegungen, Beschleunigung und Lageveränderungen wahr und ermöglicht es dem Menschen, sich zu orientieren und im Zusammenspiel mit den Augen und Muskeln das Gleichgewicht zu halten. Diese Prozesse laufen alle unbewusst und automatisch ab, ohne dass wir irgendetwas tun müssen. Erst wenn das Wunderwerk Probleme macht, merken wir, wie empfindlich und unverzichtbar unsere Ohren eigentlich sind.

Erkrankungen, von denen man öfter hört

Beschwerden im Bereich unseres Gehörorganes haben verschiedenste Ursachen, z. B. Infektionen, und gehen oft mit Schmerzen, Gleichgewichtsstörungen oder sogar einem dauerhaft verminderten Hörvermögen einher. Eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Babys und Kindern ist die Mittelohrentzündung. Sie tritt oft gemeinsam mit einer Erkältung auf, wenn sich Erreger auf der Schleimhaut im Mittelohr breitmachen. Die dadurch ausgelöste Entzündung lässt das Gewebe anschwellen, die Gehörgänge verengen sich und die im Ohr gebildeten Sekrete können nicht mehr so gut abfließen. So entsteht ein sogenannter Paukenerguss, der auf das Ohr drückt, Schmerzen verursacht und die Hörleistung beeinträchtigt. Diese medizinisch als Otitis media bezeichnete Erkrankung wird zumeist mit schmerzstillenden Medikamenten, abschwellenden Nasentropfen oder -sprays, wie z. B. dem Xylometazolin Nasenspray Rat & Tat, behandelt. Die Nasennebenhöhlen reichen nämlich von der Nase bis zum Mittelohr – etwas, das uns etwa den Druckausgleich beim Tauchen ermöglicht. Der Nasenspray sorgt für eine Erweiterung der Gehörgänge, die Sekrete fließen leichter ab und die Schmerzen lassen nach. Spezielle Ohrentropfen werden eigentlich nur noch bei Beschwerden des Außenohres eingesetzt. Wird eine Mittelohrentzündung medikamentös behandelt, klingen die Symptome meist nach wenigen Tagen ab, unternimmt man jedoch nichts, kann die Entzündung unter Umständen auf das Innenohr übergreifen – zum Teil mit Auswirkungen hinsichtlich des Gleichgewichtssinnes inklusive Drehschwindel und Übelkeit. Schwindel an sich ist übrigens keine Krankheit, sondern immer ein Symptom. Tritt er ohne Grund regelmäßig auf oder hält, beispielsweise beim Drehen, länger als normalerweise an, sollte man den Ursachen unbedingt auf den Grund gehen!

Wenn uns das Ohr was pfeift …

Eine leider relativ häufige Erkrankung stellt der sogenannte Tinnitus dar. Hier nimmt man Geräusche wahr, die gar nicht vorhanden sind, sondern im Ohr selbst entstehen. Dieses Pfeifen, Piepsen oder Rauschen kann unglaublich belastend für die Betroffenen sein und die Lebensqualität empfindlich trüben. Die Ursachen liegen vielfach in verengten Blutgefäßen im Ohr oder im Kopf, allerdings können ebenso psychische Belastung oder Stress die Auslöser sein. Ob tatsächlich eine Tinnitus-Erkrankung vorliegt, muss durch eine fachärztliche Untersuchung inkl. Hörtest und möglicherweise mittels MRT abgeklärt werden. Je nach Schweregrad wird über die Art der Behandlung entschieden, zumeist versucht man, den Symptomen mit durchblutungsfördernden Medikamenten beizukommen.

Falls Sie Informationen oder eine Beratung zu den Themen „Ohr“ oder „Hören“ benötigen, wenden Sie sich einfach vertrauensvoll an Ihre ApoLife Apothekerinnen und Apotheker. Diese haben auch einige Produkte vorrätig, die bei der sicheren täglichen Reinigung nützlich sind, denn die häufig verwendeten Wattestäbchen gehören überall hin – nur nicht ins Ohr!